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Schimpanse Epulu E-Mail
Montag, 4. August 2014
Schimpanse Epulu

Wenn man in  alten Zooführern  blättert, kommt so manches Interessante zutage,
das schon fast in Vergessenheit geraten ist.
So kann man im Zooführer von 1970 über den Schimpansen Epulu  lesen.
„Das Schimpansenbaby Epulu kam am 23.Juni 1968 zur Welt. Es handelte sich um
die zweite Menschenaffengeburt im Zoo Wuppertal. Die Mutter, Schimpansin Jette,
war jedoch nicht imstande, ihr Kind aufzuziehen, sodass es in menschliche Obhut gegeben werden musste.
Dort musste Epulu mindestens ein Jahr verbleiben, wenn er überhaupt Chancen haben sollte,
ein starker Schimpansenmann zu werden.
Die künstliche Aufzucht von Menschenaffenbabys ist recht schwierig, weil die Anfälligkeit
gegenüber Infektionen verschiedenster Art noch größer ist als beim Menschensäugling.
Hinzu kommt später das Problem der Umgewöhnung von seinen jetzigen Pflegeeltern zu seinen Artgenossen.
Seinen Namen erhielt das Wuppertaler Schimpansenbaby nach
der Hauptfigur in Prof. Dr. Grzimek´s Buch „Kein Platz für wilde Tiere“.
Dieser Name ist ein Pygmäen-Name und schien geeignet, weil das Baby bei seiner Geburt aussah
wie ein kleiner Pygmäe. Es hatte eine Größe von 47 cm und wog nur 1410g.
Epulu entwickelte sich gut und im siebten Lebensmonat hatte er es bereits auf 13 Pfund gebracht.
Da Einzelhaltung der sehr kontaktbedürftigen Menschenaffen tiergärtnerisch nicht zu verantworten ist,
wurde für Epulu, als er 9 Monate alt war, ein zweites Schimpansenkind importiert,
die 1967 in Kamerun geborene Gamba. Bei ihrer Ankunft unterernährt und enorm empfindlich,
erholte sie sich jedoch bei entsprechender Ernährung und Pflege zusehends, und man konnte bald darangehen,
im Affenhaus einen geräumigen Spielkäfig und Nachtstall für die Schimpansenkinder einzurichten.
Dort fühlten sich die beiden nach allmählicher Umgewöhnung und bei sorgfältigster Betreuung sichtlich wohl,
zur besonderen Freude aller Zoobesucher.“
Gamba ist leider 2005 gestorben, aber Epulu erfreut sich immer noch bester Gesundheit und
hat im Juni 2014 schon seinen 46. Geburtstag feiern dürfen.
Damit er auf seine alten Tage nicht allein sein muss, hat man ihn  2006 mit dem  Weibchen Kitoto
aus dem Münsteraner Zoo vergesellschaftet. Zur Freude aller Pfleger und Zoobesucher
verstanden sich die beiden auf Anhieb und führen eine harmonische Lebensgemeinschaft.
Beide Tiere sind nicht gruppenfähig, was manche Menschen aber leider nicht begreifen wollen.
Epulu in einen anderen Zoo zu schicken, würde für den alten Herrn das sichere Todesurteil bedeuten.
Nun hat sich das Leben für Epulu und Kitoto noch einmal zum Positiven gewendet.
Seit im Juni 2014 die neue Bonoboanlage eingeweiht wurde, dürfen die beiden Schimpansen auch
abwechselnd mit den Bonobos das Außengehege benutzen. Man sieht es den Tieren an,
dass sie mit dieser neuen Entwicklung glücklich sind. Während Kitoto am liebsten
in höheren Sphären schwebt und die höchsten Aussichtspunkte des Geheges nutzt,
übt Epulu sich mit sozialen Kontakten. Jeder Besucher wird freundlich an der großen Scheibe begrüßt,
Taschen werden genau untersucht und wer ihm eine große Freude machen will,
zeigt Epulu seine Schuhe, das ist für ihn das Größte.
In einem anderen Leben hätte Epulu wahrscheinlich einen großen Schuhschran
 
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